Doppische Buchführung in der „Drei-Komponenten-Rechnung“
aus der Rubrik „Doppik“
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Zielformulierung dieses E-Books
„Dem neuen öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen obliegt eine Steuerungs-, eine Informations- und eine Schutzfunktion. Die Entscheidungen über Leistungen und der dafür erforderliche Ressourcenverbrauch sind effektiv und effizient zu steuern. Die Entscheidungsträger in Politik, Verwaltungen und Wirtschaft sowie die Bürger sollen entsprechend der realen Gegebenheiten über die Situation und zukünftige Entwicklung der einzelnen Gebietskörperschaft informiert werden. Die jetzige Generation soll vor einer Ausbeutung durch den Staat sowie die zukünftige Generation vor der Ausbeutung durch die jetzige geschützt werden (intergenerative Gerechtigkeit)." (KGSt und Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Manifest zum öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen in Deutschland, Köln und Gütersloh , April 2009, These 3, Seite 15)
Mit dieser These 3 des Manifests zum öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen in Deutschland, das von der KGSt und der Bertelsmann Stiftung herausgegeben wurde, werden zentrale Funktionen der Umstellung vom kameralen zum doppischen Rechnungswesen benannt. In dieser Lektion soll vermittelt werden, wie das neue Rechnungswesen die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage transparent macht und wie die doppische Buchführung die Erfüllung der Informations-, Steuerungs- und Schutzfunktion des neuen Haushalts- und Rechnungswesens zu unterstützen vermag.
Dazu ist es erforderlich, dass die Grundtechniken der Buchung in einem doppischen Verbundsystem verstanden werden. Ziel ist es dabei nicht, Sie zum „Buchhalter" auszubilden; es ist aber nach unserer Einschätzung erforderlich, die Grundzüge der Buchungstechnik zu erarbeiten, da sonst die Gefahr besteht, dass die Ergebnisse der Buchführung nicht richtig verstanden werden und daher nicht zielgerecht genutzt werden können.
Methodisch soll in dieser Lektion grundsätzlich so vorgegangen werden, dass ausgehend von konkreten einfachen Praxisbeispielen zunächst abstrakte Regeln für die Buchung hergeleitet werden, um diese anschließend in übender Anwendung auf vergleichbare Fälle zu übertragen. Darstellungen aus der praktischen Umsetzung in einer Kommune runden die Darstellungen ab und veranschaulichen die erarbeiteten Problemlösungen praxisgerecht.
Bedenkt man, dass die kommunalrechtlichen Vorschriften für das Haushalts- und Rechnungswesen zwischen den Bundesländern, die auf das „Neue Kommunale Rechnungswesen" umgestellt haben, erheblich differieren, ist zunächst fraglich, ob die Behandlung der hier anstehenden Probleme überhaupt für Kommunen der verschiedensten Bundesländer gemeinsam gelingen kann.
Da für das kommunale Haushalts- und Rechnungswesen jedoch ein weitgehend übereinstimmendes Grundkonzept einer „Drei-Komponenten-Rechnung" identifiziert werden kann und es in dieser Lektion primär um dieses Grundkonzept gehen soll, erscheint eine „länderübergreifende Schulung" hier gut möglich.
Gleichwohl war für die Erstellung dieser Schulungsunterlage zu klären, auf welche Rechtsgrundlagen sie dann gestützt werden soll, wenn es ausnahmsweise erforderlich wird, spezifische gesetzliche Regelungen exemplarisch anzuwenden. In diesen (wenigen) Fällen wird auf niedersächsische Rechtsgrundlagen (insbesondere die GemHKVO) zurückgegriffen. Ergänzend werden regelmäßig die entsprechenden Rechtsnormen aus NRW in den Fußnoten angegeben. Für Teilnehmer aus anderen Bundesländern wird dringend empfohlen das entsprechende Landesgesetz bei der Bearbeitung der Schulungsunterlagen hinzu zu ziehen.
Letztlich ergibt sich aus den entsprechenden Rechtsquellen, dass das Rechnungswesen der Kommunen aus vier Bausteinen bestehen muss.
- BIlanz
- Finanzrechnung
- Ergebnisrechnung
- Kosten- und Leistungsrechnung
Gegenstand dieser Lektion sind die Bausteine eins (Bilanz), zwei (Finanzrechnung) und drei (Ergebnisrechnung).
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung und Ziel 6
1 Die Grundidee des „Neuen Öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens“ 8
1.1 Von der Ein-Komponenten Rechnung der Kameralistik zur Drei- bzw. Vier-Komponenten-Rechnung des „Neuen Öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens“ 8
1.2 Betriebswirtschaftliche Grundbegriffe des Rechnungswesens 9
1.3 Ziele des „Neuen Öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens“ 13
2 Inventur, Inventar und Bilanz als Basis der doppischen Buchführung 16
3 Buchführung in einer „Ein-Komponenten-Rechnung“ 22
4 Buchführung in einer „Zwei-Komponenten-Rechnung“ 28
5 Buchführung in der „Drei-Komponenten-Rechnung“ 32
5.1 Buchungen auf den Finanzkonten 32
5.2 Das System der Konten 34
6 Die Abbildung ausgewählter laufender Finanzvorgänge 42
6.1 Buchungen bei der Beschaffung von Stoffen und Anlagegütern 42
6.2 Buchungen beim Absatz von Dienstleistungen und Waren 49
6.3 Buchungen von Steuererträgen 50
6.4 Buchungen bei der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens 53
6.5 Buchung von Zuwendungen 55
6.5.1 Erhaltene Zuwendungen 55
6.5.2 Geleistete Zuwendungen 58
7 Ausgewählte Aspekte der Organisation der Buchführung 61
7.1 Zusammenhang der Bücher der doppischen Buchführung 61
7.1.1 Systembücher 61
7.1.2 Nebenbücher (Vorbücher) 62
7.1.2.1 Anlagenbuchhaltung 63
7.1.2.2 Kontokorrentbuchhaltung (Debitoren/Kreditoren) 64
7.2 Organisation des Buchungsgeschäfts – Überlegungen zur Ablauforganisation 65
7.2.1 Dezentrale oder zentrale Organisationsstrukturen 66
7.2.1.1 Zentralisierung des doppischen Buchungsgeschehens 67
7.2.1.2 Teilzentralisierung des doppischen Buchungsgeschehens 68
7.2.1.3 Vor- und Nachteile der Zentralisierung und Dezentralisierung 69
7.2.2 Einführung einer zentralen elektronischen Rechnungserfassung 70
7.3 Organisation des Buchungsgeschäfts – Überlegungen zur Aufbauorganisation 71
7.3.1 Zahlungsverkehr und weitere Kassengeschäfte 72
7.3.2 Buchführung 72
7.3.3 Allgemeine Finanzverwaltung 72
7.3.4 KLR und Controlling 73
8 Die Abbildung von ausgewählten Buchungen im Rahmen des Jahresabschlusses 74
8.1 Buchungen als Konsequenz von Bewertungsentscheidungen 74
8.2 Buchungen im Rahmen der zeitlichen Abgrenzung 77
8.3 Buchungen bei der Bildung und Auflösung von Rückstellungen 84
9 Die Ergebnisse der Buchführung als Basis des Einzelabschlusses der Kommune 86
Zusammenfassung 91
Übungsaufgaben 92
Lösungen 95
Literaturverzeichnis 102
Anhang 103
Zusammenfassung des E-Books
Der Schwerpunkt dieser Lektion lag auf Fragen der Buchungstechnik.
Dabei wurde deutlich, dass ausgehend von den geänderten Zielsetzungen die Buchungsmethodik der Doppik erheblich von der der Kameralistik abweicht.
Die Lektion hat gezeigt, wie die Daten des Neuen Kommunalen Rechnungswesens für die Vermögens-, Ertrags- und Finanzrechnung erzeugt werden. Einige zusätzliche Wertgrößen, z. B. Abschreibungen, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungen, werden berücksichtigt, um dem Gedanken der Generationengerechtigkeit nachzukommen. Die Kenntnis der Entstehung der Werte und ihrer Entwicklung ist erforderlich, um das „neue" (externe) Rechnungswesen für die Planung des Haushalts und die Steuerung der Haushaltsausführung zielgerichtet nutzen zu können.
Es wurde auch deutlich, dass der Wechsel von der kameralen Buchführung zum doppischen Rechnungsstil in der Drei-Komponenten-Rechnung zu komplexeren Buchungsstrukturen führt, die Herausforderungen für das Buchungspersonal darstellen. Insbesondere sofern das bisherige Personal die Umstellung leisten soll, kann dem nur durch intensive Schulungen begegnet werden. Die exemplarische Darstellung von ausgewählten organisatorischen Maßnahmen zur Gestaltung der Buchungsabläufe hat punktuell Wege für die Implementierung des neuen Rechnungswesens aufgezeigt.
Zu bedenken ist, dass die hier dargestellten Buchungsstrukturen durch die unterschiedlichen zum Einsatz kommenden Softwareprodukte zum Teil verdeckt werden. Es ist daher besonders wichtig, hinter den von der Datenverarbeitungstechnik geprägten „Buchungsmasken" die hier erarbeiteten inhaltlichen Strukturen zu bedenken.
E-Book-Details
- Stand des E-Books:II/2010
- Brand:Euroforum Verlag
- Seitenanzahl:106 Seiten
- Datenmenge: 2.45 MB
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