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Messstellenbetreiber: Funktion, Rahmenverträge, Positionierung

aus der Rubrik „Smart Metering“

Preis: 179,00 €
inkl. 19% MwSt.

Verfasst von:


Zielformulierung dieses E-Books

Im Rahmen der Entwicklung eines liberalisierten Marktes für Messstellenbetrieb und Messung in Deutschland kommen auf Netzbetreiber und Dritte, die in diesem Markt aktiv werden wollen, ganz neue Herausforderungen zu. Anstelle des in der Vergangenheit üblichen Grundsatzes, der örtliche Verteilernetzbetreiber ist auch für Messstellenbetrieb und Messung verantwortlich, werden durch neue Anbieter und neue technische Möglichkeiten zunehmend ganz neue Dienstleistungspakete entstehen. Für diejenigen Unternehmen, die sich in diesem neuen Markt betätigen wollen oder gesetzlich dazu verpflichtet sind, bedarf es einer Vielzahl an vorbereitenden Überlegungen. Neben Kenntnissen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Wirkungsweisen des liberalisierten Energiemarktes bedarf es auch einer Vielzahl an organisatorischen und technischen Umsetzungsschritten. Dazu gehört auch, dass diese Unternehmen sich intensiv mit der Bedeutung der Aufgaben eines Messstellenbetreibers auseinandersetzen müssen.

Unter diesem Blickwinkel ist es Ziel dieser Lektion mit dem Titel „Messstellenbetreiber: Funktion, Rahmenverträge, Positionierung“, dem Leser einen Überblick über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten eines Messstellenbetreibers im liberalisierten Markt für Zähl- und Messwesen zu ermöglichen. Im Fokus dieser Lektion stehen dabei sicherlich die Grundlagen dieses neuen Marktes in Form eines Überblicks über einige funktionale, strategische und vertragliche Inhalte, die es zu berücksichtigen gilt.

Um in dem wirtschaftlich zunehmend schwierigeren Umfeld der Energieversorgungsnetze auch zukünftig bestehen zu können, ist eine optimale Aufstellung nötig. In diesem Zusammenhang bekommt auch die Frage nach Investitionen in moderne Zählertechnologie eine besondere Bedeutung. Ein besonderes Augenmerk soll daher auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die der Messstellenbetrieb bietet, gelegt werden.

Die Lektion richtet sich an Praktiker aus der Energiewirtschaft, die aus ihrem fachlichen Umfeld schon einen Bezug zum Zähl- und Messwesen haben. Mithilfe dieser Lektion soll dem Leser der Einstieg in die für Messstellenbetreiber relevanten Themen ermöglicht und ihm damit das theoretische Rüstzeug für eine eventuelle spätere Anwendung in der Praxis vermittelt werden. Im Fokus dieser Lektion sollen dabei die Anforderungen stehen, die an die Rolle eines Messstellenbetreibers in Zukunft gerichtet werden.

Aufgrund der Vielzahl der für diese Thematik bedeutsamen Gesichtspunkte sowie der Aktualität dieser neu geschaffenen Funktion müssen sicherlich einige Aspekte unbehandelt bleiben oder werden nur kurz angesprochen. Insoweit soll Ihnen diese Lektion einen möglichst umfangreichen Überblick mit punktuellen Vertiefungen geben.

Im Hinblick auf die große Zahl der für das Thema relevanten gesetzlichen Vorschriften habe ich darauf verzichtet, dem Leser an jeder Stelle, die dafür geeignet wäre, die entsprechende Norm im Wortlaut zu zitieren. Vielmehr werden die zum Verständnis der behandelten Inhalte besonders wichtigen Passagen, Definitionen oder sonstigen Inhalte von Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und Messzugangsverordnung (MessZV) jeweils aufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Zielformulierung 5

1 Einführung in das Thema 7
1.1 Politischer Rahmen 7
1.2 Rechtlicher Rahmen 8
1.3 Neue Rolle: Der Messstellenbetreiber 12

2 Aufgaben eines Messstellenbetreibers 13
2.1 Messstellenbetrieb 13
2.2 Messung 14

3 Anforderungen an Messstellenbetreiber 16
3.1 Energierechtliche Rahmenbedingungen 16
3.2 Eichrechtliche Rahmenbedingungen 16
3.2.1 Anmeldung 17
3.2.2 Eichrechtliche Pflichten 18
3.2.3 Eichrechtliche Kennzeichnung 18
3.3 Branchenrichtlinien 19
3.4 Persönliche Anforderungen 19
3.5 Anforderungen der Verteilernetzbetreiber 20

4 Rahmenverträge als Grundlage der Messdienstleistungen 22
4.1 Bedingungen des Messstellenbetriebs und der Messung 24
4.2 An- und Abmeldung einer Messstelle 25
4.3 Anforderungen an den Messstellenbetreiber 26
4.4 Erfüllung eichrechtlicher Vorschriften 27
4.5 Anforderungen an den Netzbetreiber 27
4.6 Technische Mindestanforderungen an Messeinrichtungen 28
4.7 Installation/Betrieb/Störungsbeseitigung 29
4.8 Nachprüfung von Messeinrichtungen 30
4.10 Wechsel des Messstellenbetreibers 32
4.11 Allgemeine vertragliche Regelungen 33
4.11.1 Haftung 33
4.11.2 Laufzeit und Kündigung 33
4.11.3 Sonstige Bestimmungen 34

5 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen des Messstellenbetriebs – ein Ausblick 35
5.1 Netzbetreiber 36
5.2 Dritte 37

Zusammenfassung 41
Übungsaufgaben 44
Lösungen 45
Literaturverzeichnis 47
Sachanlagen 50

Zusammenfassung des E-Books

Diese Lektion hat sich mit dem Thema „Messstellenbetreiber: Funktion, Rahmenverträge, Positionierung“ beschäftigt. Hierbei ging es im Wesentlichen darum, Ihnen die Rolle des Messstellenbetreibers nach Lesart der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen näher zu bringen.

Aufgrund der noch sehr jungen Materie kann das Thema vorerst noch nicht abschließend bewertet werden. Vielmehr entsprechen die meisten getätigten Aussagen eher Vorhersagen für die Zukunft. Insoweit ist auch der Stand der weiterführenden Literatur derzeit noch nicht so umfangreich, als dass eine tiefere Auseinandersetzung mit der Materie kurzfristig möglich wäre. Dennoch möchte ich zusammenfassend ein Fazit ziehen.

Der Gesetzgeber hat sich bei der Gestaltung des liberalisierten Messwesens gewissermaßen selbst korrigiert. Gab es nach dem EnWG von 2005 schon die Möglichkeit für den Anschlussnehmer, sich einen neuen Messstellenbetreiber auszuwählen, so ist nunmehr auch der Bereich der Messung freigegeben. Ähnlich der Situation auf der Versorgungsseite hat der Gesetzgeber dabei eine Konstruktion gewählt, die mit dem Verteilernetzbetreiber so etwas wie einen Grundversorger für Messstellenbetrieb und Messung vorsieht. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bleibt abzuwarten, ob durch diese Konstruktion nicht so etwas wie „Cherry Picking“ durch neu auf den Markt kommende Wettbewerber der Netzbetreiber stattfinden wird. Anders als die örtlichen Verteilernetzbetreiber haben neue Wettbewerber nämlich die Möglichkeit, sich nur einzelne Teile aus dem Gesamtpaket der nunmehr liberalisierten Dienstleistungen rauszusuchen. Insbesondere in Verbindung mit den weitergehenden Vorstellungen des Gesetzgebers zu „Smart Metering“ und der Verpflichtung für Messstellenbetreiber, ab 01.01.2010 in Neubauten und bei umfangreicheren Renovierungen neue Zählertechnik einzubauen, wird sich erst noch zeigen müssen, ob die neuen Wettbewerber auch bereit sind, mit eigenen größeren Investitionen hier die Entwicklung moderner Zählertechnik mit voranzutreiben.

Mit der Auffangzuständigkeit für den Messstellenbetrieb geht auch die Kostenfrage für moderne Smart-Meter-Technik einher. Dies betrifft zum einen den Messstellenbetreiber, zum anderen natürlich auch den Verbraucher. Während die Netzbetreiber in wesentlichen Punkten den regulierten Netzentgelten unterworfen sind, können Wettbewerber preislich frei agieren. Gerade bei den nunmehr auf den Plan tretenden größeren Wohnungsbaufirmen gibt es über Synergieeffekte bei großen Wohnungseinheiten sicherlich die Möglichkeit, Kosten für Smart-Meter-Technik zu reduzieren und den dortigen Kunden eventuell bessere Angebote machen zu können, als es dem örtlichen Verteilernetzbetreiber durch sein Tätigkeit unter regulierten Rahmenbedingungen möglich sein dürfte. Es ist aber grundsätzlich davon auszugehen, dass die Kosten für die Mess- und Kommunikationstechnik beim Smart Metering ein Vielfaches der Kosten für die derzeitige Technik betragen werden. Diese Mehrkosten wird der Verbraucher zahlen müssen. Das wird von Verbraucherseite vermutlich nur akzeptiert werden, wenn der Verbraucher auf der anderen Seite auch die Möglichkeit hat, mithilfe der neuen Technologie durch Verhaltensänderungen die potenziellen Energieeinsparungen und Kostensenkungen auch selbstständig durchführen zu können.

Ganz wesentlich wird die Entwicklung eines Marktes für Messstellenbetreiber auch von der Standardisierung der notwendigen Marktprozesse abhängen. Verbindliche und möglichst harmonisierte Marktprozesse sind Voraussetzung für die vom Gesetzgeber erwartete Massentauglichkeit des Geschäfts. Nicht anders als bei der Implementierung von Marktprozessen bei der Liberalisierung des Strom- und später des Gasmarktes, wird der Erfolg der Liberalisierung des Messwesens ebenfalls davon abhängen, dass möglichst kurzfristig möglicht allgemeingültige Marktprozesse implementiert werden.

Die technische Entwicklung der Messgeräte wird ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle zum Gelingen der Liberalisierung beitragen. Wie Sie auch im Rahmen der Lektionen, die sich mit der Technik von Smart Metering Geräten befassen, sehen werden, ist auch hier noch vieles im Fluss. Aktuell sind wir noch in einer Phase, in der die technischen Anforderungen für das Smart Metering in Europa noch nicht harmonisiert sind. Auch die technischen Standards für Datenaustauschprozesse sind nicht vereinheitlicht. Vorerst werden einige ausgewählte Lösungen zunächst in Feldversuchen erprobt. Um jedoch sicherzustellen, dass alle Marktteilnehmer nachhaltig den maximalen Nutzen aus der Einführung moderner Smart Meter ziehen können, ist es aus meiner Sicht notwendig, grundsätzliche Anforderungen an die einheitliche Mindestfunktionalität der Smart Meter zu stellen. Dazu gehören meines Erachtens folgende grundlegende Anforderungen an innovative Smart Meter, die diese gewährleisten können müssen:

  • Lastgangmessung
  • Zwei-Wege-Datenkommunikation
  • Mehrtarif-Funktionalität
  • Erfassung von Spannungsqualitätsparametern
  • Erfassung von Versorgungsunterbrechungen
  • Zentral steuerbare Leistungsbegrenzung bzw. -unterbrechung
  • Informationsdisplay am Messgerät
  • Kommunikationsschnittstelle für externes Display
  • Kommunikationsschnittstelle zur Erfassung der Daten von externen
  • Messgeräten (z. B. Gas, Wasser, Fernwärme)

Es ist zwar davon auszugehen, dass der Messgerätemarkt den sukzessiven Übergang von mechanischen bzw. elektromechanischen zu elektronischen Zählern (Smart Metering) kurzfristig für die Sparten Strom, Gas, Wasser und Wärme gewährleisten kann, die Hersteller stehen hier aber noch am Anfang.

Der häusliche Verbrauch der Medien Strom, Gas, Wasser und Wärme kann vom Verbraucher mit der derzeit installierten Messtechnik und einfachen Zusatzgeräten schon heute bestimmt werden. Wenn in Zukunft moderne Smart Meter eingesetzt werden, müssen Messstellenbetreiber in der Zukunft noch stärker als bisher neben den aus den energierechtlichen Vorgaben folgenden Inhalten auch andere rechtliche Vorgaben beachten. Zu nennen sind einerseits Vorgaben, die sich mit dem Verbraucherschutz befassen, wie zum Beispiel die Fragen von Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messeinrichtungen, zum anderen müssen die Vorschriften des Datenschutzes beachtet werden. Vom Grundsatz her ermöglichen die Vorschriften des nationalen Eichrechts auch heute schon messtechnische Lösungen, die den Verbraucherschutzzielen hinsichtlich Genauigkeit und Zuverlässigkeit genügen. Jedoch müssen vor allem für die Fragen des Datenschutzes noch Antworten gefunden werden. Eine Datenfernauslesung gestattet die Erstellung von Konsumprofilen. Dies könnte das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Verbraucher tangieren.

Vermutlich wird die Zukunft eher bei einem großen Player in Form eines national agierenden kooperativen Messstellenbetreiber liegen, anstatt bei einer Vielzahl kleinerer Anbieter. Ein solcher nationaler Player bietet am ehesten die Möglichkeit für die Bündelung ansonsten verteilter Erlöse über die gesamte Wertschöpfungskette des Messstellenbetriebs und Smart Meterings. Dazu gehört, dass über das Erreichen profitabler Stückzahlen auch Einfluss auf die Hersteller ausgeübt werden kann.

Bei der zunehmenden Entwicklung hin zu einer Spezialisierung auf Kernkompetenzen werden vermutlich auch örtliche Netzbetreiber gerne auf die Dienste eines so agierenden Players zugreifen. Dabei wird sich eventuell auch die Möglichkeit bieten, diesen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung auftreten zu lassen und somit „virtuell“ aus Sicht des Kunden die Dienstleistungen für Messstellenbetrieb und Ablesung durchzuführen.

Langfristig wird sich Smart Metering – mit oder ohne Energieeffizienzsteigerung – als innovative Technologie durchsetzen. Dies folgt schon daraus, dass diese Technologie Voraussetzung für die weitere Rationalisierung der Geschäftsprozesse in der Energiewirtschaft ist.

E-Book-Details

  • Stand des E-Books:I/2010
  • Brand:Euroforum Verlag
  • Seitenanzahl:66 Seiten
  • Datenmenge: 1.73 MB  

Dieses E-Book im PDF-Format ist u.a. kompatibel mit Windows, Apple & Android.

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Das E-Book steht unmittelbar nach dem Bezahlvorgang zum Download bereit.

Kundenstimmen:

  • Optimale Unterstützung für die Praxis. Komplexe Zusammenhänge werden einfach dargestellt, z.B. durch viele hilfreiche Beispiele und Abbildungen.

    Frank Flömer , swb Vertrieb Bremen GmbH

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    Stefan Egli , Monosuisse AG

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