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Netzbetrieb

aus der Rubrik „Technikwissen Stromnetze“

Preis: 179,00 €
inkl. 19% MwSt.

Verfasst von:


Zielformulierung dieses E-Books

Die Europäische Union hat im Jahr 1997 neue Regelungen in den Märkten für leitungsgebundene Energie (Strom und Gas) aufgestellt, die 1998 in deutsches Recht umgesetzt wurden. Damit haben sich die Rahmenbedingungen für die Energieversorger wesentlich geändert. Die vormals integrierten Unternehmen wurden gezwungen, die nun wettbewerbsorientierten Bereiche Handel und Erzeugung vom Netzbereich zu trennen, der nach wie vor im Monopol verbleibt. Die sich daraus entwickelnden neuen Rollenverständnisse in den Unternehmen werden ebenso erläutert wie die Veränderungen, die sich auf der Seite der Kunden ergeben. Aus der bisher einzigen Beziehung zwischen Kunde und Energieversorger ergibt sich eine Reihe von Verträgen, die zwischen den nun getrennten Bereichen geschlossen werden müssen.

Die 2005 neu eingesetzte Regulierungsbehörde hat die zentralen Kontrollaufgaben übernommen. Darüber hinaus werden hier die dafür notwendigen Verordnungen definiert. Sie bestimmt damit in wesentlichen Teilen die Rolle des Netzbetreibers und legt die Kosten für den Netzbetrieb fest. Die hierzu entwickelten einheitlichen Kalkulationsgrundlagen werden Ihnen in dieser Lektion verdeutlicht.

Zur Umsetzung der von der Regulierungsbehörde geforderten Absenkung der Netzkosten sind neue Werkzeuge gefordert. Diese setzen sowohl beim Anlagevermögen als auch bei den Betriebsaufgaben an und werden unter dem Sammelbegriff Asset- Management zusammengefasst. Als nächste Stufe der geforderten Kostensenkung wird die so genannte Anreizregulierung vorgestellt. Diese stellt die Netzbereiche vor noch größere Herausforderungen und erfordert neue Strategien. Dazu werden einige Handlungsoptionen vorgestellt und diskutiert.

Am Ende dieser Lektion kennen Sie die neuen Rahmenbedingungen im Netzbereich und haben einen Überblick über die Instrumente gewonnen, die den Netzbetrieb wirtschaftlich und sicher steuern können. Im Ausblick erhalten Sie eine fundierte Einschätzung der mittelfristigen Entwicklung.

Inhaltsverzeichnis

Zielformulierung 7

1 Unbundling: neues Rollenverständnis im Netzbereich 8
1.1 Das neue Energiewirtschaftsgesetz von 2005 8
1.2 Unbundling 9
1.2.1 Rechtliches Unbundling 11
1.2.2 Operationelles Unbundling 12
1.2.3 Buchhalterisches Unbundling 13
1.2.4 Informatorisches Unbundling 14
1.3 Umsetzung des Unbundlings in der Praxis 14
1.4 Aufgaben der Regulierungsbehörde 17
1.5 Ownership Unbundling 17

2 Netzkunden: Netzanschluss, Netznutzung 19
2.1 Kundengruppen 19
2.2 Netzzugang 20
2.3 Netznutzungsentgelte 22
2.3.1 Stromnetzentgeltverordnung 24
2.3.1.1 Kostenartenrechnung 25
2.3.1.2 Kostenstellenrechnung 25
2.3.1.3 Kostenträgerrechnung 27
2.3.2 Anreizregulierung: 1. Regulierungsperiode 27

3 Asset-Management 32
3.1 Asset-Management-Funktionen 33
3.2 Kennzahlenmanagement 34
3.2.1 Finanzkennzahlen 35
3.2.2 Operative Kennzahlen 35
3.2.3 Soziopolitische Kennzahlen 38
3.3 Qualitätsanforderungen 38
3.3.1 Spannungsqualität 40
3.3.2 Versorgungszuverlässigkeit 43
3.3.3 Servicequalität 45
3.4 Investitionsstrategie 46
3.5 Instandhaltungsstrategie 51

4 Ausblick 57
4.1 Entwicklungstendenzen für Netzbetreiber 57
4.2 Möglichkeiten zur Kostensenkung und Erlössteigerung 59
4.3 Intelligente Netze (Smart Grids) 62
4.4 Kooperationen und Beteiligungen 64
4.5 2. Regulierungsperiode: Qualitätsregulierung 65

Zusammenfassung 68
Übungsaufgaben 70
Lösungen 71
Literaturverzeichnis 74

Zusammenfassung des E-Books

Das neue Energiewirtschaftsgesetz von 2005 verpflichtet die vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen zum sogenannten Unbundling. Das Ziel dieser Maßnahme ist die Förderung des Wettbewerbs im Bereich Erzeugung und Handel sowie die Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Zugangs zum Monopol „Netz“. Die rechtliche Entflechtung stellt im Rahmen des Unbundlings die zentrale Neuerung dar. Sie sieht die Ausgliederung des „Netzbereiches“ in rechtlich eigenständige Unternehmen vor. Die Ausgliederung kann dabei als Tochtergesellschaft erfolgen, sodass das Eigentum an den Netzen nicht verloren geht. Zu den weiteren Unbundling-Maßnahmen gehören das operationelle, das buchhalterische und das informatorische Unbundling.

Ein umfangreiches Vertragswesen regelt den Zugang zum Netz. Neben den Erzeugern und Netzbetreibern sind hier als Kontraktpartner vor allem die unterschiedlichen Kundengruppen von Bedeutung.

Die Berechnung der Netzentgelte erfolgt auf Basis der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Die Kosten, die beim Netzbetrieb auf den unterschiedlichen Spannungsebenen anfallen, werden im Rahmen der Kostenstellenrechnung anteilig auf die nachgelagerten Ebenen umgelegt. Darüber hinaus wird bei der Berechnung der Netzentgelte der sogenannte Gleichzeitigkeitsgrad verwendet. Er berücksichtigt die individuellen Höchstlasten der Netzkunden und trägt der Tatsache Rechnung, dass diese nicht zur selben Zeit auftreten. Dadurch können die Netze kleiner dimensioniert werden.

Das Asset-Management befasst sich mit der optimalen Nutzung der Vermögenswerte eines Netzbetriebes. Eine Reihe von Kennzahlen soll Aufschluss über den Beitrag einzelner Anlagen zum Unternehmensergebnis geben und Ansatzpunkte für Optimierung liefern. Man unterscheidet Finanzkennzahlen, operative Kennzahlen und soziopolitische Kennzahlen.

Zukünftig stehen die Netzbetreiber vor enormen Aufgaben. Sie müssen die durch Normen und Gesetze festgelegte Versorgungsqualität gegenüber den Netzkunden in jedem Fall gewährleisten, aber gleichzeitig auch die Anteilseigner zufriedenstellen. Problematisch ist hierbei der gegenwärtig notwendige Um- und Ausbau der Energienetze, damit diese zukünftigen Herausforderungen gewachsen sind. Die Investitionsstrategie richtet sich maßgeblich nach den Ergebnissen der dena-Netzstudie, mit der Konzepte zur Integration der Windenergie in das elektrische Versorgungssystem vorgestellt wurden. Auch der stetig steigende Anteil an Austauschenergie stellt eine Herausforderung dar.

Die zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung wird noch mehr als heute als Mittel zur Anlagenbewertung herangezogen werden, sodass trotz des geringen Renditespielraumes durch die BNetzA eine möglichst hohe Rentabilität und Verfügbarkeit der Anlagen erreicht wird.

Durch die Liberalisierung der Märkte für leitungsgebundene Energie (Strom und Gas) wurde der Netzbetrieb aus den bisher integrierten Strukturen zwangsweise herausgelöst. Als verbliebener Monopolbereich unterliegt er der intensiven Kontrolle der BNetzA, die in mehreren Stufen einheitlich strukturierte Vorgaben für die Ermittlung der Netzentgelte eingeführt hat. Durch die Festlegung einheitlicher Kalkulationsregeln wurde ein Rahmen geschaffen, der die Kosten der verschiedenen Unternehmen vergleichbar macht.

Deshalb ist es notwendig, die Kostensituation im Netzbetrieb sehr konsequent zu steuern, um die in den Unternehmen geforderten Ziele (Wirtschaftlichkeit, Versorgungsqualität usw.) zu erreichen. Nach der Beschreibung dieser Ziele werden die Instrumente eines effizienten Asset-Managements vorgestellt und die Einflussmöglichkeiten auf Kapital- sowie operative Kosten dargelegt. Dabei wird deutlich, dass eine Balance zwischen Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit immer schwieriger herzustellen ist.

 Ein Blick auf die seit 2009 greifende Anreizregulierung macht deutlich, dass die an den Netzbetrieb gestellten Anforderungen aus dem Kerngeschäft allein nicht mehr zu bewältigen sind. Hier sind neue Strategien gefragt und alle Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie eine zufriedenstellende Erlössituation gewährleisten können.

Zu den möglichen Lösungsansätzen gehören weitergehende Kostenoptimierungen, die oft nur in Kooperation mit anderen Unternehmen realisiert werden können. Darüber hinaus können zusätzliche Erlöse in erweiterten Dienstleistungen generiert werden. Auch hier werden viele Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit anderen zurückgreifen müssen.

Aus diesen Überlegungen folgt konsequent, dass die neuen Herausforderungen nur gemeinsam angegangen werden können. Dabei muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, ob eine relativ lose Kooperation oder eine gesellschaftsrechtliche Verbindung bis hin zu einer Fusion eingegangen werden soll.

E-Book-Details

  • Stand des E-Books:I/2011
  • Brand:ETP
  • Seitenanzahl:76 Seiten
  • Datenmenge: 4.93 MB  

Dieses E-Book im PDF-Format ist u.a. kompatibel mit Windows, Apple & Android.

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Kundenstimmen:

  • Sehr interessant und umfangreich

    Stefan Egli , Monosuisse AG

  • Sehr hilfreich für ein vertieftes Verständins der vielfältigen Herausforderungen von Stadtwerken.

    Olaf Ölke , Investitionsbank Schleswig-Holstein

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