Abbildung von Kreditrisikenunter Basel II
aus der Rubrik „Kreditportfoliomanagement“
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Zielformulierung dieses E-Books
Die vorliegende Lektion vermittelt Ihnen, welche Regeln für die Eigenkapitalunterlegung einzelner Positionen in einem Kreditportfolio aus regulatorischer Sicht gelten. Beginnend mit einem Überblick über die verschiedenen Ansätze zur Kapitalunterlegung im Rahmen von Basel II bzw. der deutschen Solvabilitätsverordnung (SolvV) erhalten Sie einen Überblick über das Konzept der Forderungsklassen und die wesentlichen Determinanten, die die Kapitalunterlegung einer Aktivposition bestimmen.
Darüber hinaus werden Sie mit den Auswirkungen vertraut gemacht, die der Einsatz von Kreditrisikominderungstechniken auf die Kapitalunterlegung hat. Ausgestattet mit diesem Rüstzeug lernen Sie, wie sich durch Kombination von Aktivpositionen und Sicherungsinstrumenten neben dem ökonomischen Risikoprofil auch die Kapitalunterlegung in einem Portfolio reduzieren lässt. Zusammen mit der zunehmenden Liquidität im Markt für Kreditderivate erleichtern die neuen Regeln zur Eigenkapitalunterlegung die proaktive Steuerung eines Kreditportfolios und die flexible Reaktion auf Bonitätsentwicklungen im Aktivgeschäft erheblich.
Neben diesen klassischen Themenstellungen aus dem Kreditportfolio-Management vermittelt Ihnen diese Lektion, welche Ansätze für die Kapitalunterlegung von strukturierten Kreditprodukten und Verbriefungen im Investmentbuch einer Bank zum Einsatz kommen können.
Nach dem Durcharbeiten der Lektion sollten Sie in der Lage sein, die Eigenkapitalunterlegung für Positionen des Anlagebuchs einschließlich der Verbriefungspositionen und der wichtigsten strukturierten Produkte zu ermitteln und die Auswirkungen des Einsatzes von Sicherheiten zu quantifizieren. Damit halten Sie das Rüstzeug für die Beurteilung von Transaktionen unter Performancegesichtspunkten und die portfolioweite Optimierung von Performancemaßen wie dem Return on Regulatory Capital (RORC) in der Hand.
Einschränkend sei angemerkt, dass der Begriff des Kreditportfolio-Managements grundsätzlich eine mittel- bis langfristige Anlagestrategie impliziert. Damit sind die entsprechenden Positionen im Portfolio dem klassischen Bankbuch im regulatorischen Sinne zuzuordnen. Auf kurzfristige, handelsorientierte Positionen sind die Regeln für die Eigenkapitalunterlegung im Handelsbuch anzuwenden. In dieser Lektion wird hierauf nicht weiter eingegangen. Aufgrund der unterschiedlichen zugrunde liegenden Zeithorizonte implizieren Trading und Kreditportfolio-Management nicht nur unterschiedliche Eigenkapitalregeln, sondern auch unterschiedliche Managementstile.
Aus der Perspektive des Rechnungswesens sei angemerkt, dass gerade für die regulatorische Kapitalunterlegung nach SolvV überwiegend immer noch eine im Wesentlichen am HGB ausgerichtete Abgrenzung des Anlagebuchs maßgeblich ist, während für Jahresabschlusszwecke bereits das IFRS-Regelwerk zum Einsatz kommt. Die beiden Systematiken unterscheiden sich bekanntlich hinsichtlich der Bewertung von Finanzinstrumenten und entsprechenden Auswirkungen auf GuV sowie Eigenkapitalentwicklung erheblich.
So können z. B. in einer HGB-orientierten Sichtweise Sicherungsgeberpositionen in Credit Default Swaps ähnlich wie Garantien behandelt werden. Aus regulatorischer Sicht greifen in diesem Fall die Regeln für das klassische außerbilanzielle Geschäft. Nach IFRS sind Credit Default Swaps als Derivat zu verbuchen. Damit sind Sicherungsgeberpositionen dem Trading-Bestand zuzuordnen. Es besteht also eine Divergenz zwischen regulatorischer und Jahresabschlussbetrachtung. Auf die Unterschiede von HGB- und IFRS-Systematik geht Lektion 4 ein. In der vorliegenden Lektion stehen die aktuell noch dominierende regulatorische und damit die an der klassischen Anlagebuchabgrenzung orientierte Betrachtung im Vordergrund. Es ist absehbar, dass mittelfristig die regulatorische Betrachtung mit der IFRS-Systematik konvergieren wird.
Inhaltsverzeichnis
Zielformulierung 5
1 Grundlagen der Eigenkapitalunterlegung im Anlagebuch einer Bank 7
1.1 Grundbausteine von Basel II bzw. der Solvabilitätsverordnung 8
1.2 Kapitalunterlegung von Adressenausfallrisikopositionen 9
1.3 Vergleich der Ansätze für die Unterlegung der Adressrisiken 12
1.4 Ermittlung des Gesamtanrechnungsbetrags für Adressrisiken 14
2 Der Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) 16
2.1 Forderungsklassifi zierung 16
2.2 Eigenmittelunterlegung 18
2.2.1 KSA-Positionswert 18
2.2.2 KSA-Risikogewichte 20
2.3 Verwendung externer Ratings durch ein Institut 24
3 Der auf internen Ratings basierende Ansatz (IRBA) 26
3.1 IRBA-Forderungsklassen 26
3.1.1 Forderungen an Unternehmen 26
3.1.2 Forderungen an Zentralregierungen 27
3.1.3 Forderungen an Institute 27
3.1.4 Forderungen im Mengengeschäft 28
3.1.5 Weitere Forderungsklassen 28
3.2 Eigenmittelunterlegung 29
3.2.1 IRBA-Positionswert 29
3.2.2 Risikogewichteter IRBA-Positionswert 30
3.2.2.1 Restlaufzeit (M) 31
3.2.2.2 Verlustquote bei Ausfall (LGD) 31
3.2.2.3 Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) 32
3.2.2.4 Das dem IRBA zugrunde liegende Kreditrisikomodell 32
3.2.2.5 Aufsichtliches Risikogewicht 35
3.2.2.6 Wertberichtigungsvergleich 37
3.2.3 IRBA-Risikogewichte für Staaten, Institute und Unternehmen 39
3.2.4 IRBA-Risikogewichte für das Mengengeschäft (Retail) 44
3.2.5 IRBA-Risikogewichte für Beteiligungen 46
4 Risikominderungstechniken 49
4.1 Risikominderungstechniken im KSA 50
4.1.1 Finanzielle Sicherheiten – einfacher Ansatz 50
4.1.2 Finanzielle Sicherheiten – umfassender Ansatz: 51
4.1.3 Gewährleistungen 56
4.1.3.1 Anforderungen an Kreditderivate als Gewährleistungsinstrumente 57
4.2 Risikominderungstechniken im F-IRBA 59
4.2.1 Finanzielle und physische Sicherheiten 60
4.2.2 Gewährleistungen 62
4.3 Risikominderungstechniken im A-IRBA 64
4.4 Aufrechnungsvereinbarungen 64
5 Verbriefungen 66
5.1 Kapitalunterlegung von KSA-Verbriefungspositionen 66
5.2 Kapitalunterlegung von IRBA-Verbriefungspositionen 68
5.3 Kapitalentlastende Ausplatzierung von Risiken 72
6 Kapitalunterlegung bei ausgewählten strukturierten Kreditprodukten 76
6.1 Credit Default Swaps auf Kredit-Indices und andere Indexprodukte 76
6.1.1 Kapitalunterlegung von Investitionen in Index-CDS 78
6.1.2 Kapitalunterlegung bei Verwendung als Absicherung 78
6.2 Digital Default Swaps 80
6.2.1 Kapitalunterlegung für den Investor 80
6.2.2 Kapitalunterlegung bei Verwendung als Absicherung 81
6.3 Credit Default Baskets 81
6.3.1 Kapitalunterlegung für den Investor 82
6.3.2 Kapitalunterlegung bei Verwendung als Absicherung 87
6.4 Credit Linked Notes 91
6.4.1 Kapitalunterlegung für den Investor 91
6.4.2 Kapitalunterlegung bei Verwendung als Absicherung 92
6.5 Kapitalgarantierte strukturierte Emissionen 93
6.5.1 Kapitalunterlegung für den Investor 94
7 Kapitalunterlegung von zusammengesetzten Positionen – Fallbeispiele aus dem Kreditportfolio-Management 95
7.1 Asset Swaps 95
7.2 Laufzeitinkongruente Absicherung mit Credit Default Swaps 96
7.3 Linienmanagement mit Credit Default Swaps 98
7.4 Absicherung von Nachrangkapital mit Credit Default Swaps 100
7.5 Länderrisikoabsicherung mit Digital Default Swaps 102
Zusammenfassung 106
Übungsaufgaben 107
Lösungen 110
Literaturverzeichnis 113
Zusammenfassung des E-Books
Die vorliegende Lektion hat Ihnen einen Überblick über die Kapitalunterlegung von Adressrisikopositionen gemäß Baseler Rahmenvereinbarung („Basel II“) bzw. Solvabilitätsverordnung gegeben. Dabei wurde der Schwerpunkt auf diejenigen Regelungen gelegt, die für die Positionen eines Kreditportfoliomanagers oder Credit Treasurers von Bedeutung sind.
Ausgehend von einer Einordnung der Regelungen für die Kapitalunterlegungspfl icht (Kapitel 1), haben Sie die Grundlagen der Eigenkapitalregeln für Adressrisikopositionen in Kapitel 2 (Kreditrisiko-Standardansatz) und Kapitel 3 (interner Ratingansatz) kennen gelernt. Die Anwendung des Baseler Regelwerks auf die Positionen eines proaktiv gesteuerten Kreditportfolios erfordert eine Erweiterung der Grundlagen aus den ersten Kapiteln auf die Techniken, die zur Risikominderung und Absicherung von Positionen (Kapitel 4) sowie zur Ausplatzierung ganzer Portfolios mittels Verbriefungspositionen (Kapitel 5) dienen.
Ausgestattet mit diesem Rüstzeug haben Sie in den Kapiteln 6 und 7 kennen gelernt, wie Sie komplexere Produkte und Fallkonstellationen aus der Praxis des Kreditportfolio-Managements unter dem Aspekt der Kapitalunterlegung analysieren und deren Vorteilhaftigkeit gegenüber Handlungsalternativen prüfen können. Der Verfasser hat sich bei der Auswahl des Materials für diese Lektion an den in seiner eigenen Berufspraxis auftauchenden Fragestellungen orientiert und hofft, dass Sie das in dieser Lektion bereitgestellte Material für Ihre praktischen Fragestellungen aus dem Kreditportfolio- und Kreditrisiko-Management sinnvoll nutzen können. Vielleicht werden Sie ja bei Fragen zu der ein oder anderen Fallgestaltung aus Ihrer eigenen Praxis in dieser Lektion „fündig“.
E-Book-Details
- Stand des E-Books:I/2008
- Brand:Euroforum Verlag
- Seitenanzahl:114 Seiten
- Datenmenge: 2.56 MB
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Kundenstimmen:
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Jens Rethage , HSH Nordbank AG
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